In der Zeit VOR den Mikroprozessoren

Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Unilein
Fachgebiet Rauchentwicklung
*******

Beiträge: 799
Registriert seit: Apr 2014
Bewertung: 5
#1
18.10.2020, 14:13

Hallo zusammen,

es gab ja mal eine Zeit, zu der es noch keine Mikroprozessoren gab. Ja ja, wirklich!  Big Grin
Und trotzdem gab es da schon Rechner bzw. Computer. Teilweise waren sie riesig und wurden mit Relais aufgebaut. Teilweise wurden diese mit Elektronenröhren aufgebaut und waren trotzdem riesig. Und teilweise wurden diese mit Transistoren aufgebaut. Das war dann schon recht modern und sie waren auch kleiner.

Dann aber kam die Zeit, in der man in der Lage war, elektronische Grundschaltungen der Logik in IC's zu packen. Die ersten Logik-IC's waren einfache Logikschaltungen wie AND, OR, und NAND. Damals übrigens noch nicht in TTL- oder CMOS-Technik.

Mit diesen Grundschaltungen, die es dann in IC-Form gab, konnte man alle nur erdenklichen Logikfunktionen darstellen. Auch komplexe Logiken waren so möglich. Außerdem war man in der Lage, große Schaltungen, die zuvor auf Transistoren basierten, erheblich zu verkleinern. Prozessoren gab es da aber noch nicht. Alles was ein klassischer Prozessor, wie der MOS 6502 oder der Zilog Z80, kann, wurde mit den neuen Logikbausteinen aufgebaut. Und so baute man Computer eben aus diesen Bausteinen auf.

Register, Addierer, ROMs, Oszillatoren und Steuerlogik wurden so verwirklicht.

Und warum schreibe ich das jetzt? Nun, ich habe mir vorgenommen, einen Computer zu bauen, der keinen Prozessor hat und lediglich auf Logikbausteinen aus der TTL-Reihe (74ls...) basiert. Dazu, zugegeben schon etwas moderner, zwei 2-Kilobyte große Speicherbausteine und ein paar ROMs (bzw. EEPROM's um flexibel zu bleiben) um die Steuerlogik abzubilden. Inspiriert hat mich dabei der "Breadboard-Computer" von Ben Eater (https://eater.net). Ich wollte das zunächst auch einem Breadboard verwirklichen, bin aber gescheitert, weil ich ersten nich so viele Breadboards habe, zweitens nicht so viele passende Steckbrücken und drittens es meine Geduld zu sehr strapaziert hat.

Kleine Teilschaltungen habe ich auf dem Breadboard ausprobiert, den größeren Plan habe ich bei EasyEDA direkt als Schaltplan gezeichnet und heute die PCB's bestellt. Es ist also in Gänze ungetestet.  Big Grin

Die Steuerlogik ist recht komplex und ich muss für diesen "Computer" noch so etwas wie eine Programmiersprache entwickeln. Da bin ich allerdings völlig frei. Sie ergibt sich aus den Funktionen der einzelnen Befehle, die ich selbst definieren kann.... (äh... versteht das jemand?). Das das Ganze aber in Anlehnung an Ben Eaters Projekt geschieht, kann sich der interessierte Leser ja mal die Videos auf Ben's Seite ansehen. Die sind wirklich sehr lehrreich.

Und warum mache ich das? Einfach um mein Wissen zu erweitern. Es geht auch nur um das Konzept. Der Rechner wird vielleicht mit 500 Hz (Hz!!! Nicht KHz oder gar MHz) laufen.

So... jetzt noch kurz zu den Daten der Platine:

Größe:241.43mm x 213.74mm
Schichten:2
None Signal Layers:10
Komponenten:258
Lötstellen:1506
 Komponentenlöscher:1506
Bohrungen:6
Durchkontaktierungen:213
Netze:369/369
Length of Tracks:32412.22mm
Copper Areas:0

Außerdem noch ein Schaltplan und ein Bild der bestellten Platine.
Weiter geht's dann, wenn die Platinen eintreffen und ich die ersten Tests machen kann.

Gruß
Uni

   

   
-----

Sic mundus creatus est.
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste